Gibt es Präventionsmodelle vom Staat?

Prävention ist wichtiger als Heilen. In vielen Bereichen der Medizin setzt sich dieser Gedanke immer mehr durch. Im Bereich des chronischen Schmerzes besteht allerdings noch großer Nachholbedarf. Dauerschmerzen sind für die meisten Menschen so lange in weiter Ferne, bis es dann eines Tages doch passiert. Der chronische Schmerz ereilt die meisten Menschen unvorbereitet, nahezu auf leisen Sohlen. Da fällt es schwer, präventiv zu agieren.

Der chronische Rückenschmerz, eine der „teuersten Volkskrankheiten”, lässt sich häufig auf eine falsche Lebensführung zurückführen. Diese Erkenntnis hat dazu geführt, dass vermehrt über Fitness-Trainings, gesunde Ernährung und bedarfsgerechte Rückenschulung diskutiert wird. Die Krankenkassen – als Hauptkostenträger – bieten ihren Versicherten seit Jahren schon entsprechende Präventionsmodelle an. Bislang hat dies aber nicht zu einer Verbesserung der katastrophalen Krankheits-Statistik geführt. Entweder greifen diese Modelle zu kurz, oder sie sprechen die falsche Klientel an.

Von staatlicher Seite wird immer wieder diskutiert, dass hier Handlungsbedarf besteht – über die Durchführung und Finanzierung solcher Maßnahmen besteht aber weitgehend Uneinigkeit. Das Gesundheitsministerium sieht in erster Linie die Krankenkassen in der Verantwortung. Diese wissen aber bei leeren Kassen nicht, wie solche Maßnahmen zu finanzieren wären. Und die Versicherten selbst sehen solche Vorhaben eher skeptisch, da sie fürchten, dass solche Maßnahmen für Gesunde durch Einschnitte bei den Leistungen für Kranke finanziert werden würden. So herrscht auf diesem Segment leider Stillstand – von einigen Modellprojekten abgesehen, die weit von einer „Marktreife” entfernt sind.

Damit bleibt es dem Menschen selbst überlassen, wie und in welchem Umfang er durch eine gesunde Lebensführung und gute körperliche Fitness Gesundheitsschäden zu verhindern versucht. Die Eigenverantwortung des Einzelnen ist also gefragt.